Männer und Sex - alles scheint selbstverständlich und klar, aber wissen wir wirklich, was
männliche Sexualität ist? Was ist angeboren, was antrainiert? Da versagt unser Wissen. Die
wirkliche männliche Sexualität umfasst jedenfalls weit mehr als die hormonell gesteuerte
mechanische Erektion mit der Sehnsucht nach Eindringen und Zustossen.
Männliche Sexualität
In rund zehn Jahren wurden etwa 7000 Männer interviewt und man ist zu einem erstaunlichen
Ergebnis gekommen: Die männliche Sexualität ist wesentlich vielfältiger als bisher gedacht.
Männer geniessen ihre Körper phantasievoller als die Klischees es ihnen zubilligen.
Allerdings befriedigen sich viele Männer lieber alleine als im Beisein eines Partners. Es mag
überraschend klingen, aber die traditionell enge Definition von Sex ist auch für Männer negativ.
Mag man zunächst meinen, Männer hätten beim Sex den besseren Part erwischt, so ist auf der
anderen Seite der Coitus als Ziel und Zweck auch für den Mann eine sehr einengende
Geschichte. Er steht unter Beweisdruck, pulvert seine gesamte Energie in den final act und
verpasst dabei andere, vielleicht sogar lustvollere Varianten des Sex.
Wie die Lust erlebt wird, hängt allerdings von vielen Faktoren ab: der Laune, dem Partner, dem
Vorhandensein oder der Abwesenheit von Sorgen und Stress, der eigenen Einstellung zum
Sex ... Nicht zuletzt spielen Erfahrungen eine Rolle. Nicht nur mit früheren Partnern und der
Selbstbefriedigung. Sondern die Vertrautheit mit dem eigenen Körper und der Akzeptanz
geheimer seelischer Regungen.